Vorwort

Jahrgang X, Ausgabe 1, 2016, doi:10.33178/scenario.10.1.0
© 2016, The Author(s). This work is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 International License.

Liebe SCENARIO-Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, hiermit die SCENARIO-Sommerausgabe 2016 kurz vorzustellen.

Sie beginnt mit drei Artikeln, in denen die Autorinnen sich auf Englisch als Fremd- und Zweitsprache beziehen.

Anne Smith (Redbridge, Großbritannien) stellt in ihrem Beitrag Creative English: Balancing Creative and Functional Language Needs for Adult Refugees, Asylum Seekers and Migrants ein auf Formen der Improvisation basierendes britisches Applied-Theatre Projekt vor, in dem es darum geht, funktionale und kreative Bedürfnisse von erwachsenen Lernenden auszubalancieren, um auf diese Weise gezielt die Kommunikationsfähigkeit in der Zweitsprache zu fördern.

Eucharia Donnery (Shonan Institute of Technology, Japan) liefert unter dem Titel Process Drama in the Japanese University Classroom: Phase Three, The Homelessness Project in dieser Ausgabe den dritten Teil ihrer intensiven Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen von Process Drama im Rahmen der Fremdsprachenvermittlung an japanischen Universitäten.1

Konstantina Kalogirou (Aristotle University of Thessaloniki, Griechenland) bezieht sich in ihrem Beitrag Step into Drama and Teach English Affordably auf die – durch die ökonomische Krise in eine prekäre Lage geratene – Fremdsprachenvermittlung an griechischen Schulen und argumentiert, dass gerade in der gegenwärtigen (schul)politischen Situation wichtige Reformimpulse von der Dramapädagogik ausgehen könnten.

Robin Reid (Baiko Gakuin University, Japan) stellt in der Rubrik Window of Practice in seinem Beitrag unter dem Titel Performative Script Analysis for Additional Language Classrooms eine Reihe von praktischen Übungen vor, die darauf abzielen, Studierenden den Zugang zur Analyse von Theaterstücken zu erleichtern.

Nina Kulovics & Aline Vennemann (Université de Haute-Alsace, Frankreich) beschreiben in Oser dépasser les frontières“ – Fronten aufbrechen im DaF-Unterricht durch kooperative Arbeit zwischen mehrsprachigen SchülerInnen und Studierenden im Oberelsass ein mehrsprachiges Kunstprojekt im DaF-Unterricht im Rahmen einer Kooperation zwischen Sekundar- und Hochschule, in dem mit deutsch- und französischsprachigen Schriften (teils handelt es sich um unveröffentlichte Berichte von Soldaten und Zivilisten) aus dem Ersten Weltkrieg gearbeitet wurde. Durch performative Zugänge, so die Autorinnen, sollten „nicht nur geografische …, sondern auch mentale und soziale, d.h. verinnerlichte, unsichtbare Fronten” gelöst werden.

Simone Hein-Khatib (Universität Regensburg) steuert unter dem Titel Ohne Panzerhemd der Gewohnheiten – Über das Wahrnehmen der Stimme und den Stellenwert von Spracherfahrungen im Fachbereich Deutsch als Zweitsprache’ einen essayisten Text bei. Auf dem Hintergrund der Tatsache, dass laut Fischer-Lichte (2004) die Stimme ein wichtiges Element in einer Ästhetik des Performativen darstellt, dürften die introspektiven Reflexionen der Autorin, in denen sie sich auf das Wahrnehmen der Stimme in den Sprachen Deutsch, Arabisch und Tschechisch bezieht, von Leserinnen und Leser dieser Zeitschrift von besonderem Interesse sein. Sie geht der Frage nach, inwiefern ihr Zuhören und ihr Wahrnehmen der Stimme von ihrer Sprachkompetenz in den genannten Sprachen geprägt werden.

In dieser Ausgabe geben wir den Startschuss für die neue Rubrik Stimmen von Studierenden. Für eine Zeitschrift, die sich schwerpunktmäßig mit dem performativen Lehren und Lernen von Sprache, Literatur und Kultur auseinandersetzt, bietet es sich an, auch Perspektiven von Studierenden einzuholen. So reflektiert der Erasmus-Student Marvin Schildmeier in seinem Beitrag Von Empathie, Fantasie und guten Handschuhen über seine persönlichen Erfahrungen mit Drama und Theater am University College Cork und schildert dabei, wie drama- und theaterpädagogische Methoden ihm einen ganz neuen Zugang zu Texten ermöglicht haben. Hiermit seien Studierende ausdrücklich dazu ermutigt, in dieser Zeitschrift über Erfahrungen mit performativen Lehr- und Lernformen an ihren jeweiligen Institutionen zu berichten.

Diese Ausgabe schließt mit drei Buchbesprechungen. Barbara Schmenk (University of Waterloo, Kanada) rezensiert Helga Tschurtschenthalers Drama-based Foreign Language Learning. Encounters between Self and Other (2013), Florian Vaßen (Leibniz Universität Hannover) den von Annemarie Matzke, Ulf Otto & Jens Roselt (2015) herausgegebenen Band Auftritte. Strategien des In-Erscheinung-Tretens in Künsten und Medien und Dragan Miladinovic (University College Cork, Irland) die neuere Veröffentlichung Sprache durch Dramapädagogik handelnd erfahren. Ansätze für den Sprachunterricht, herausgegeben von Anica Betz, Caroline Schuttkowski, Linda Stark und Anne-Kathrin Wilms (2016).

Im Kontext von Buchveröffentlichungen sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass in der SCENARIO-Buchreihe (http://www.ucc.ie/en/scenario/scenariobooks/) zwei neue Titel erschienen sind: Micha Fleiner (2016): Performancekünste im Hochschulstudium und Susanne Even/Manfred Schewe (Hrsg.) (2016): Performatives Lehren, Lernen Forschen – Performative Teaching, Learning, Research.

Abschließend möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unter dem Titel Performative Spaces in Language, Literature and Culture Education vom 25. bis 28. Mai 2017 die 2. Internationale SCENARIO Forum - Konferenz der Universität Cork stattfinden wird (weitere Details unter: http://www.ucc.ie/en/scenario/scenarioforum/scenarioforum-conference2017/). Der Call for Papers erscheint auch am Ende dieser Ausgabe.

Wir wünschen allen SCENARIO-Leserinnen und Lesern einen erholsamen Restsommer!

Manfred Schewe & Susanne Even

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